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SOIRÉE

So, 02.02.2014, 17:00 - 19:00 Uhr

Orlando di Lasso ( 1532 - 1594): Lagrime di San Petro (Renaissance-Musik )

Schola Stralsundensis

Als persönliche Buße per mia paricolare devozione komponierte Orlando di Lasso mit 62 Jahren sein größtes Werk, den Zyklus Lagrime di San Pietro, gewidmet Papst
Clemens VIII. Nur drei Wochen nach Vollendung des Werks starb der Genius.
In 20 geistigen Madrigalen, italienisch textiert nach dem gleichnamigen Gedicht von Luigi Tansillo, wird die verzehrende Reue von Petrus nach seinem Verrat an Jesus und
dem dreimaligen Krähen des Hahnes detailliert, nahezu Träne für Träne, analysiert und poetisch beschrieben. So treffen Petrus’ Augen den vorwurfsvollen Blick seines Herren
– wie tausend und abertausende Stiche in sein Herz fühlt er die Scham und Bekümmernis seines Versagens. Darauf beschließt er, nicht mehr leben zu wollen. Am Ende des Zyklus antwortet Christus in der lateinisch textierten Schlussmotette: Was du getan hast, Mensch, war noch schlimmer als mein Tod am Kreuz. Die Schola Stralsundensis (Leitung: Maurice van Lieshout) berücksichtigt in ihrer Interpretation des Werkes die Tatsache, dass viele Hofkapellen zur Zeit Lassos nach dem Vorbild der kaiserlichen Hofkapelle Maximilian I. sowohl aus Vokalisten als auch aus Instrumentalisten bestanden – eine Illustration von Hans Mielich, die uns den Kapellmeister di Lasso inmitten seiner Hofmusiker zeigt, legt davon
ein farbenprächtiges Zeugnis ab. So erklingen in den siebenstimmigen Madrigalen neben den Sängern verschiedene Kombinationen aus Gamben-, Blockflöten- und Traversflötenconsorten nebst Organetto und Dulzian. Musiziert wird in historischer Chorbuchaufstellung aus sich gegenüberstehenden Chorbüchern in Mensuralnotation.

Karten: 11,- Euro / erm. 6,- Euro


Ausführende:

Schola Stralsundensis

Musiker des Ensembles Schola Stralsundensis © Stadt Halle (Westf.)1577 wurden die XXIIII Cantiones von Eucharius Hoffmann als Scholae Stralsundensis Cantore veröffentlicht. Anlässlich des Projektes ÈDie Stralsunder Motettenhandschrift 1585Ç gründete sich das Ensemble aus Vokalsolisten und Instrumentalisten und übernahm den historisch verbürgten Namen. Die Musiker verschiedener Nationalitäten haben sich in ihren Studien intensiv mit der frühen Musik des Abendlandes, ihrer Traditionen, Notationen und Aufführungspraktiken auseinandergesetzt Ð beispielsweise mit der Berücksichtigung der historisch überlieferten Solmisationstechnik, mit dem Spiel auf historischem Instrumentarium und mit dem Musizieren aus Chorbuch und Stimmbüchern.

Rubrik
Kirchenmusik

Veranstaltungsort
St. Johanniskirche, Halle (Westf.)
Veranstalter
Stadt Halle (Westf.) in Zusammenarbeit mit der St. Johanniskantore
Kontaktdaten
Telefon: 05201 183-164
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