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Orchesterkonzert I

So, 03.02.2019, 18:00 Uhr

Johann Sebastian Bach

Konzert für Klavier und Orchester
E-Dur BWV 1053
[Allegro] – Siciliano – Allegro

Konzert für Klavier und Orchester
A-Dur BWV 1055
Allegro – Larghetto – Allegro ma non tanto 

Konzert für Klavier und Orchester
f-Moll  BWV 1056
[Allegro] – Largo – Presto 

Ausführende:
Yorck Kronenberg, Klavier
Ensemble Aperto auf modernen Instrumenten
Leitung : Martin Rieker 

„Gemessen daran, wie viele Unklarheiten über die Entstehungsgeschichte der Klavierkonzerte von J.S. Bach bestehen (mehrere von ihnen gehen auf Violinkonzerte, andere vielleicht auf verschollene Oboenkonzerte oder Konzerte für Viola d'amore zurück) ist ihr Status als früheste einflussreiche Werke der Gattung erstaunlich. Mehrheitlich wurden die Konzerte in Leipzig zwischen 1729 und 1740 im „Zimmermannschen Caffee-Hauß“ uraufgeführt, als Bach als Cantor der Thomasschule und Leiter des von Telemann gegründeten Collegium Musicum weitgehende Verantwortung für die (kirchen-)musikalische Entwicklung der Stadt trug. Sie entstammen einer Zeit, die zwar mit Buchdruck und Druckerprivilegien gewisse Erfahrungen hatte, nicht aber mit Urheberrecht im heutigen Sinne oder mit dem in der Romantik durchgesetzten Authentizitätsbegriff. Beethoven setzte sich für die Herausgabe der Musik Bachs ein; Schumann pries die Wiederaufführung des d- Moll-Konzertes, das 1837 in Leipzig durch Felix Mendelssohn-Bartholdy erfolgte: Generationen von Komponisten fanden sich in diesen Werken wieder, fühlten Dinge ausgedrückt, die es sie selber zu sagen drängte. Im Laufe der Romantik stellten sie dem barocken Modell der harmonischen Verflechtung der Stimmen die Idee des Konfliktes zwischen Soloinstrument und Orchester entgegen. So sehr sich der Blick auf die Werke Bachs durch spätere Entwicklungen veränderte, es bleibt ihnen doch immer die Unmittelbarkeit reiner Musik, die zwischen Euphorie und tiefer Trauer die ganze Palette menschlicher Gefühle abzubilden weiß. Dies tut sie, so handwerklich perfekt sie auf das jeweilige Instrumentarium auch immer zugeschnitten ist, auch in einer gewissen Unabhängigkeit dazu: Ideen überspringen die Grenzen einzelner Werke, wechseln mitunter sogar von Autor zu Autor die Hand. Wenn uns die Klavierkonzerte heute als geschlossene, dramaturgisch durchdachte Gipfelpunkte der Gattung entgegentreten, so mag dies damit zusammenhängen, dasssie neben instrumentenspezifischer Virtuosität von einer Abstraktheit des musikalischen Satzes zeugen, die über das gewählte Instrument immer auch hinausweisen. Sie loten die Möglichkeiten auch des modernen Flügels aus und reflektieren über das Ideal der Gesanglichkeit und der frei sich entwickelnden Stimmen die Schönheit des reinen musikalischen Gedankens.“

York Kronenberg

  

Eintrittskarten sind erhältlich im Bürgerbüro der Stadt Halle (Westf.), Tel.: 05201/183152 oder unter kulturbueo@hallewestfalen.de

Rubrik
Musik / Konzerte

Veranstaltungsort
St. Johanniskirche, Halle (Westf.)
Veranstalter
Johanniskantorei und Stadt Halle Westfalen
Kontaktdaten
Telefon: 05201 183164
E-Mail:
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