Klassikfestival vom 5.-14.2.2010
Künstlerischer Leiter KMD Martin Rieker
Ende November geht das ausführliche Programm online, dann können Sie sich über diese Internetseite frühzeitig Ihre Konzertkarten bestellen. Wenn Sie über den Start des Vorverkaufs informiert werden wollen,dann tragen Sie sich bitte in unseren Info-Service ein.
Eine Einstimmung auf das Thema der kommenden Haller Bach-Tag
Die ältesten erhaltenen Dokumentationen des Tanzes sind indische Höhlenmalereien die in die Frühzeit, also 5000 Jahre vor Chr. reichen. Sie zeigen Reihentanzformationen, wie auch Einzeltänzer in rituellen Darstellungen. Zum Beispiel Gott „Shiva“ als König des Tanzes; oder Tod und Wiedergeburt des Gottes „Osiris“; oder auch die Beschreibung des Tanzes „Chorea“ in der Ilias des Homer ( 8.-6.Jhdt v.Chr) Auch das Alte Testament sprudelt nur so von Bewegungslust: Mirijam, die Schwester Moses; oder der große König David vor der Bundeslade – gleichsam der Gott Jahwe und sein Volk im Tanz. Auch im Neuen Testament wird vom Tanz gesprochen, denken wir an den Tanz der Tochter Herodias. Die spätere christliche Religion tat sich mit dem Tanz schwerer – dieser war in der mittelalterlichen Kirchen-Kultur eher ein notwendiges Übel. Nichts, desto trotz, wurde bei Hofe getanzt, wie auch im einfachen Volk. Die ersten Hoftanzmeister und das erscheinen der ersten Tanzhandbücher zeigen den Tanz besonders als Teil des adligen Lebensstils (15.Jhdt) Italienische „balli“, französische „ballets de cour“ und englische „masques“ sprengten nicht selten die Reihen der gesellschaftlichen Schichten. Formen wie: Folkloristischer, historischer, spiritueller Tanz, Bühnen und Gesellschaftstanz, Schautanz und die „sportlicheren“ Formen des Ballett und des Eiskunsttanzes prägen das Bild bis heute. Wichtig dabei ist immer die Verbindung: Musik und Tanz – Musik als Tanz – Tanzende Musik.
Die Barockzeit bediente sich einer neuen Tanzform: der Suite. Allemande, Courante, Sarabande, Menuett, Bouree und viele andere, zeugen von der länderübergreifenden, kollektiven Bewegungslust. Die „ernste“ Musik konnte in der Zeit des „neuen Stils“ (17.Jhdt) religiöse Themen als Suitensätze auch im Gottesdienst verarbeiten. Das größte Beispiel ist dabei die sog. Messe-H-moll Bachs, der neben dem alten „Palestrinasatz“ Suitenrhythmen verwendet. (z.B. „Quoniam“ ist eine Polonaise, oder die Gegenüberstellung Gloria 1 und 2)
Das umfangreiche Programm der 48.Haller-Bach-Tage zeigt viele dieser eben besprochenen Formen. Dabei spielt nicht nur der Ausdruckstanz in der Kirche eine Rolle, Schülerinnen und Schüler aus Halle werden zu klassischer Orchestermusik im Haller „Event Center“ die wunderbaren Kompositionen Chopins und Beethovens als Körperausdruck darstellen. Volker Eisenach wird dieses große Projekt als Choreograf leiten. Wir Haller haben ja schon damit Erfahrung (Tanz der Schüler zu Orgelmusik in der St. Johanniskirche 2007) Neugierig geworden? Würde mich freuen!
Mit lieben Grüßen Ihr
Martin Rieker