Haller Bach Tage

Klassikfestival vom 5.-14.2.2010

Programmarchiv

Soirée

Sonntag, 05.Februar 2006
St. Johanniskirche, Halle

"Das verstummte Lied"

Synagogale Chormusik von Louis Lewandowski u.a.

Die synagogale Musik erlebte im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert eine Blütezeit. Mit den Reformbewegungen trat neben die traditionelle Solo-Psalmodie des jüdischen Kantors Chorgesang und Orgelbegleitung. Viele Kompositionen für die Synagoge entstanden. Einer der bedeutendsten Komponisten jüdisch-liturgischer Musik ist Louis Lewandowski (1821—1894): Der Berliner Synagogenmusiker wurde als erster Jude in die Akademie der Künste aufgenommen und im Jahr 1865 vom preußischen Staat zum "Königlichen Musikdirektor" ernannt.
Die Reichspogromnacht von 1938 und der Holocaust setzten
der reichen synagogalen Musiktradition ein Ende. Noten und Instrumente wurden zerstört und in alle Welt zerstreut. Heute sind viele Werke vergessen.

In unserem Konzert werden ausgewählte Werke des synagoga­len Gottesdienstes erklingen.



Ausführende:
Synagogalchor Hamburg; Alexander Ivanov, Orgel; Leitung: Andor Izsák

Ivanov, Alexander

geboren 1976 in St. Petersburg, studierte am Rimskij-Korsakov-Konservatorium das Fach Chorleitung. B-Studium an der Herforder Musikhochschule, anschließend Orgeldiplom in Hamburg bei Prof. Pieter van Dijk und das A-Studium in Lübeck bei Prof. Jürgen Essl. Er war 1999 Preisträger beim internationalen Niedersächsischen Orgelwettbewerb in Celle. Seit 2005 ist er als Organist an der evangelischen Kirchengemeinde St. Severin in Keitum/Sylt tätig.

Izsák

Izsák, Andor

geb. 1944 in Budapest, studierte an der Franz-Liszt- Musikhochschule. Bereits zu Studienzeiten war er Organist an der Budapester Dohány-Synagoge, der größten Synagoge Europas. Gründete im Jahr 1962 mit dem Kantor Marcel Lorand den Lewandowski-Chor, das erste Ensemble, das nach dem Holocaust wieder synagogale Musik zu Gehör brachte. Heute ist er Professor für Synagogale Musik an der hannoverschen Musikhochschule.

Synagogalchor Hamburg

Aus der Freundschaft mit dem Hamburger Kirchenmusikdirektor Gerhard Dickel (1938—2003) entstand die langjährige intensive Zusammenarbeit zwischen Andor Izsák und den Sängerinnen und Sängern des Hamburger Synagogalchores. In zahlreichen Auftritten im In- und Ausland, z.T. gemeinsam mit renommierten jüdischen Kantoren aus dem Ausland, stellt der Hamburger Synagogalchor die durch die Nazidiktatur zerstörte synagogale Musikkultur vor.

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